Bad Comics


Review: Batman „The Killing Joke“ von Alan Moore (Text) & Brian Bolland (Art and Colors)
Oktober 19, 2009, 11:50 pm
Filed under: Batman, Comic, Reviews | Schlagwörter: , , , , , ,

killingjoke

Erscheinungsdatum der Deluxe Edition: März 2008

 

 

Einleitung: So, hier ist es also, dass erste Reviews auf Bad Comics. Und ich habe mir für den Anfang gleich zwei meiner absoluten Favoriten ausgesucht: Batman & Alan Moore. Ich muss sagen, dass ich „The Killing Joke“ sogar noch über Millers „The Dark Knight Returns“ stelle (der hier sicher noch Gegenstand einer Besprechung werden wird) und es mir durchaus bewusst ist, dass ich hier wohl das 500. „Ja, find ich auch“-Review zu dieser Geschichte schreiben könnte. Daran vorbei kann ich aber dennoch nicht, weil dieser Comic einfach zu gut ist, um hier in einer allfälligen neuen Reviewsektion ignoriert zu werden. Okay, ich hör schon auf zu labern und beginne mit dem Review, keine Sorge…;)

 

Inhalt:

Was braucht man, um einen Mann in den Wahnsinn zu treiben? Wenn es nach dem Joker geht, muss das Opfer nur eines haben: „One bad day.“ Nach seinem Ausbruch aus dem Arkham Asylum setzt der Joker alles daran, um das zu beweisen. Und er hat sich dafür ein ganz spezielles Opfer ausgesucht: Jim Gordon…

 

Kommentar: (achtung Spoiler!) Wenn ich mir „The Dark Knight“ auf DVD ansehe, dann werde ich das Gefühl nicht los, dass „The Killing Joke“ Nolans Film in zumindest zweierlei Hinsicht beeinflusst hat. Da wäre zum Einen die Darstellung des Jokers. Der hat in „The Killing Joke“ nämlich rein gar nichts mehr mit dem Pausenclown aus den 60er Jahren gemeinsam. Ging es früher nur um harmlose Scherzchen, so zeigt Moore ihn als den durchgeknallten Psychofreak, der er in Wahrheit auch ist. Dieser Joker ist kein gewöhnlicher Verbrecher mit weißer Schminke im Gesicht, er ist eine Urgewalt, die ihren Spaß dabei hat, die Welt brennen zu sehen. Zum Anderen geht es in „The Killing Joke“ um genau den glecihen Punkt, den der Joker in „The Dark Knight“ mit Harvey Dent beweisen will. Der Unterschied ist nur, dass es ihm hier – anders als im Film – nicht gelingt, aus seinem Opfer einen Wahnsinnigen zu machen. Dennoch scheiter es nicht an so etwas wie mangelndem Einsatz, wenn der Joker Gordons Tochter Barbara mit einem Schuss für immer an den Rollstuhl fesselt (wenn es Batmans Sidekicks an den Kragen geht, scheint ohnehin immer nur er dafür zuständig zu sein: Der Mord an einem der „Robins“ hier, das Attentat auf das Batgirl in „The Killing Joke“ da…) Dass er sie nicht gleich tötet, sondern Jim Gordon absichtlich im Ungewissen darüber lässt, ob seine Tochter noch lebt oder nicht, passt da hervorragend ins Bild.

Inhaltlich wollte ich noch anmerken, dass diejenigen, die glauben, dass es in „The Killing Joke“ um die (in Rückblenden erzählte) präsentierte Variante der Entstehungsgeschichte des Jokers geht, den entscheidenden Punkt verpassen. Natürlich hat diese Geschichte etwas mit dem Plot in der Gegenwart zu tun, aber sie ist nicht so zentral, wie es auf den ersten Blick scheint. In Wahrheit geht es um zwei Fragen: Erstens: Steuern Batman und Joker, die beide zwei Extreme repräsentieren in einem nicht umkehrbaren Kollisionskurs aufeinander zu, sodass am Ende einer von beiden den anderen töten muss? Zweitens: Ist es eine unumstößliche Tatsache, dass man einen normalen Durchschnittsmenschen zum wahnsinnigen Psychpoathen machen kann, wenn man nur dafür sorgt, dass ihm genug Schlechtes zustößt oder ist es doch so, dass dies nicht unbedingt passieren muss?

Die Zeichnungen von Brian Bolland sind meiner subjektiven Meinung nach über jeden Zweifel erhaben, wobei mir vor allem die (für die mir vorliegende englische Deluxe Edition überarbeitete) in einigen Szenen intensive Farbgebung besonders gut gefallen hat.

Die mir vorliegende englischsprachige Deluxe Edition kommt mit einem schönen Hardcover, Vor- und Nachwort von Tim Sale, einer weiteren Kurzgeschichte, sowie einigen frühen Entwürfen von verschiedenen Zeichnungen daher. Wirklich sehr schön gestaltet und 13€ ist ein sehr guter Preis dafür.

 

Fazit: „The Killing Joke“ ist DIE ultimative Joker-Story. Absolute Empfehlung meinerseits (Amazon-Link gibts links).

 

5 von 5 Punkten


4 Kommentare so far
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Ich fand’s immer seltsam, dass der Joker Barbara zum Krüppel schiesst (und sie womöglich vergewaltigt) und Batman nichts Besseres zu tun hat, als sich mit ihm zu einem launigen Witzeaustausch zu treffen.
Da des Jokers Entstehungsgeschichte hier aus der Sicht desselben präsentiert wird (Erinnerungsfetzen lösen die Rückblenden aus), ist diese übrigens mit äusserster Vorsicht zu geniessen (er selbst merkt mal an, wie verworren seine Erinnerungen seien, oder so was in der Art).
Und apropos Farbgebung: es gibt ja inzwischen eine ganz neue, „realistischere“, die sich stark von der alten, „comichaft“-grellen unterscheidet. Wenn du von „überarbeitet“ sprichst, meinst du dann erstere? Und was meinst du grundsätzlich dazu? Ist ja ähnlich wie die nachträgliche Kolorierung von Schwarzweiss-Filmen… Bin nicht sicher, ob ich das für was Gutes halte.

Kommentar von Gregor

Ich glaube nicht, dass der Joker Barbara vergewaltigt hat (obwohl es möglich ist).
Natürlich ist die Entstehungsgeschichte mit absoluter Vorsicht zu genießen (in Nolans „The Dar Knight“ ist das übrigens sehr gut umgesetzt, wenn der Joker jedes Mal was ganz anderes erzählt). Ich finde sie dennoch ziemlich gut gemacht.
Es handelt sich bei dieser Variante um die neu überarbeitete. Dass ich die alte Version mal gesehen habe, ist wohl schon zu lange her, kann mich jedenfalls nicht mehr daran erinnern. Diese Version aus dem Jahr 2008 gefällt mir sehr gut, was allerdings auch daran liegen kann, dass mir eine „realistischere“ Farbgebung fast immer besser gefällt, wobei ich gerade im Vorwort lese, dass man der Geschichte dadurch vor allem einen „unterkühlteren Look“ geben wollte und dass man dies vor allem in den Rückblenden getan hat. Die Grellheit der Farben ist in der eigentlichen Geschichte großteils wohl erhalten geblieben.

Kommentar von Udo

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